Liebe Leserin, lieber Leser,

wer sich mit der Entwicklung dessen beschäftigt, was wir heute als eine „gute Ehe“ verstehen – die gleichberechtigte, vertrauensvolle und dauerhafte Verbindung zweier Menschen – der wird im Jahr 2018 auf zwei Jubiläen stoßen, die Wegmarken sind: Da ist der 225. Todestag der Frauenrechtlerin Olympe de Gouges, die 1791 eine „Erklärung der Frau und Bürgerin“ veröffentlichte. Darin ist das Muster eines auf gleichen Rechten und Pflichten beruhenden „Sozialvertrages zwischen Mann und Frau“ enthalten, der auf der der gemeinsamen Verantwortung vor den Kindern und der Gesellschaft beruht. Zu ihrer Zeit waren diese Gedanken scheinbare Phantastereien in einer männerdominierten Welt, in der die Rollen in einer Ehe klar und scheinbar unabänderlich verteilt waren.            


Wir in Deutschland blicken zugleich auf hundert Jahre Demokratie zurück. Die revolutionären Ereignisse von 1918 brachten die politische Gleichberechtigung der Frau und auch ein neues Verständnis „des Staates“ von der Ehe: Als die – erstmals auch von Frauen gewählte – Nationalversammlung eine Reichsverfassung beschloss, wurde ein Satz aufgenommen, der für die damalige Zeit kühn war: Die Ehe, heißt es, „beruht auf der Gleichberechtigung der beiden Geschlechter“.



Wir wissen, dass noch so wohl klingende politische Willensbekundungen es sehr schwer haben, gelebte gesellschaftliche Wirklichkeit zu werden, etwa im Arbeitsleben. Und doch sind wir Schritt für Schritt weiter gekommen auf dem zur Weg zu einer Ehe, die echte, faire Partnerschaft ist. Wir sollten uns darüber im Klaren sein und gerade mit Blick auf andere Kulturen, wo dies teils anders gelebt und verstanden wird, dieses Modell der Partnerschaft selbstbewusst leben. Dass in einer Stadt wie Augsburg Jahr für Jahr die Zahl der Ehen steigt, zeigt, dass es sich um ein Zukunftsmodell handelt. Um ein zeit-gemäßes Bild der Ehe zu vermitteln und darüber ins Gespräch zu kommen, dazu wird auch die Marriage Week 2018 wie-der ein Beitrag sein. Ein herzlicher Dank an alle, die zu ihrem Erfolg beitragen.       

 

Mit freundlichen Grüßen

 
Dr. Stefan Kiefer
3. Bürgermeister und Sozialreferent, Augsburg

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